Zeit der Veränderung

SanduhrHast Du Dich schon einmal gefragt, warum Neujahrsvorsätze schneller gebrochen werden als der laufende Maastricht-Vertrag ?

Wir glauben gerne, dass Menschen sich ändern können. Anders ist es kaum zu verstehen, warum manche Frauen ihre Männer geheiratet haben. Die harsche Wirklichkeit sieht anders aus. Seit unserer Geburt haben wir nichts anderes getan, als der zu werden, der wir heute sind.

Natürlich gefällt es uns nicht, dass wir unter unseren Möglichkeiten leben. Natürlich würden wir gerne ein breites Kreuz haben und souverän und voller Selbstvertrauen für  unsere Überzeugungen einstehen und unsere Ziele verfolgen. Natürlich würden wir gerne gesund leben.

Aber wir tun es nicht. Denn unsere Entscheidungen sind das Ergebnis unserer Persönlichkeit. Wir können schlecht von einem Tag auf den anderen unsere Persönlichkeit ändern. Das würde uns nicht gut tun.

Ein zarter Versuch

Allerdings haben viele es trotzdem versucht. »Ab morgen bin ich ein anderer Mensch!« Das klingt wie etwas, das auch unseren Mund schon einmal verlassen hat, aber nicht ungestraft. Meistens geht es nur ein paar Tage gut. Wir verändern gleich mehrere Dinge auf einmal. Wir stehen früh auf, laufen vielleicht sogar ein paar Kilometer, essen ein gesundes Frühstück, sind eine halbe Stunde früher bei der Arbeit, und so weiter.

Doch dann haben wir vielleicht keine Lust, früh ins Bett zu gehen, lassen den Wecker am nächsten Morgen aus dem Zimmer fliegen, den Frühsport sausen und schaffen es gerade einmal so auf den letzten Drücker ins Büro. »Der Gerechte fällt sieben Mal am Tag und steht wieder auf.« Wir wissen nicht, ob wir gerecht sind, aber das Versagen bestätigt ein nagendes Gefühl. »Wem will ich eigentlich etwas vormachen?« Genau! Wir sind schließlich wer wir sind!

Bewiesen und vergessen

Wir haben uns gerade selbst bewiesen, dass wir uns nicht ändern können. Doch das stimmt nicht. Jeder von uns ändert sich. Nicht in einer revolutionären Weise von einem Tag auf den anderen, aber langsam und unaufhaltsam, jeden einzelnen Tag ein kleines Bisschen.

Veränderung ist normal und automatisch

Für die Meisten bedeutet das, sie passen sich ihrer Umwelt an. Denken wir zum Beispiel an den Anfang unserer Karriere, als wir unser erstes eigenes Geld verdient haben. Was haben wir damals monatlich für unseren Lebensunterhalt ausgegeben? Vergleichen wir das mit heute minus der Inflation, können wir kaum glauben, dass wir von einem solchen Betrag leben konnten.

Damals haben wir uns nicht arm gefühlt. Im Gegenteil, wir hatten das Gefühl, die Welt kaufen zu können. Mit unserem Einkommen vergrößert sich auch unser finanzieller Fußabdruck. Was könnten wir nicht alles sparen, ließe er sich wieder zurückschrumpfen? Doch das ist nahezu unmöglich, weil wir uns verändert haben.

Wohin soll es gehen?

Veränderung ist also möglich. Die Frage ist nur, in welche Richtung sie geht. Stellen wir uns vor, wer wir eigentlich sein könnten. Stellen wir uns weiter vor, dass wir uns dafür einige Jahre Zeit geben. Wie ein junger Baum, der erst in einigen Jahren den Schatten spenden wird, den wir uns eigentlich vorstellen.

Nehmen wir uns einfach jeweils eine Kleinigkeit vor, die wir anders machen wollen. Wir wissen, auch diese Kleinigkeit braucht Zeit, bis sie Teil unseres Lebens wird. Viele Kleinigkeiten verändern uns und ehe wir uns versehen, treffen wir andere Entscheidungen, die unserem Leben mehr Qualität geben.

Der Lauf der Welt und unser Lauf

Wir verändern uns so oder so. Daran gibt es keinen Zweifel. Doch anders als bisher, überlassen wir es nicht dem Zufall und keinen äußeren Einflüssen, wie wir uns verändern, sondern wir übernehmen das Steuer selbst.

Die Frage ist nur, ob wir dazu bereit sind. Doch das ist unsere ganz eigene private Entscheidung.

2 Kommentare
  1. Kai Dörfner
    Kai Dörfner says:

    Eines der besten Bücher, welches ich zum Thema “Persönliche Veränderungen auf den Weg bringen” gelesen habe, ist das Buch “Kleine Schritte, die Ihr Leben verändern: KAIZEN für die persönliche Entwicklung” von Robert Maurer. Leicht lesbar, anschauliche Beispiele und eben genau der vernünftige Ansatz, mit kleinen (eventuell auch kleinsten) Schritten anzufangen.

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