Der Alltagsentscheider

Jeden Tag treffen wir im Durchschnitt 20.000 Entscheidungen. Denn jeder Handlung geht eine Entscheidung voraus. Die meisten davon völlig unbewusst. Bei dem einen kommt eine erfolgreiche Karriere als Unternehmer heraus, wie bei Bill Gates. Ein anderer wird vielleicht Staatsoberhaupt und ein anderer wiederum schläft unter der Brücke.

Alltagsentscheidungen kommen uns selbst so wichtig vor, wie ein Tropfen Wasser der vom Himmel fällt. Gleichzeitig wissen wir, dass der stete Tropfen sich durch blanken Stein sprengt. In vielerlei Hinsicht glauben wir, dass es die großen Weichenstellungen sind, die wir mit einzelnen großen Entscheidungen stellen, die den Erfolg eines Lebens ausmachen. Allerdings treffen viele Menschen solche großen Entscheidungen und haben kühne Träume. Sie springen als Tiger ab und landen dann aber leider als Bettvorleger in der Realität.

Alltagsentscheidungen machen oft den Unterschied

Was unterscheidet einen Max Grundig von einem Max Mustermann? Es sind genau diese vielen Entscheidungen im Alltag, die entweder dem großen Plan mit stetem Tropfen die Bahn bereiten oder ihn wie eine Seifenblase zerplatzen lassen. Wir können beliebig viele Erfolgsbeispiele befragen. Dabei wird immer wieder eines herauskommen. Erfolg kommt durch harte Arbeit und Fokus.

Alltagsentscheidungen sind uns oft viel zu unwichtig, um genauer darüber nachzudenken. Daher fallen wir viel häufiger fremden Einflüssen und Ablenkungen zum Opfer. Wem ist es nicht schon einmal so gegangen, dass er eine bestimmte Information im Internet recherchierte und plötzlich bei einem ganz anderen Thema gelandet ist und schon gar nicht mehr weiß, was er eigentlich wollte? Oder ein Anruf unterbricht uns und wir wollen uns schnell noch eine Notiz machen, haben dann aber vergessen, worüber wir eben noch nachgedacht haben.

Machen Sie ein Experiment!

Ich lade Sie zu einem Experiment ein. Überprüfen Sie doch einmal einige dieser kleinen, meist unbewusst getroffenen Entscheidungen auf Ihre Wirkung. Entspricht das tatsächlich Ihrer Absicht, unterstützt das Ihren großen Plan? Natürlich sind die Wirkungen jeweils minimal, eigentlich vernachlässigbar. Sonst wäre es keine Alltagsentscheidung. Wie aber wäre es, wenn Sie 1.000 Mal auf dieselbe Weise handelten. Macht das vielleicht einen Unterschied?

Jede Wette darauf!

So können Sie etwas verändern

Ein erster Schritt, unsere Alltagsentscheidungen mit unserem großen Plan auf eine Linie zu bringen ist uns bewusst zu werden, was wir in einer Situation eigentlich wollen. Dazu gibt es zum einen meinen Entscheidungskompass oder als vereinfachte Form das Entscheidungsprofil. Klicken Sie auf die Darstellung, um Ihr persönliches PDF-Formular herunterzuladen.

image

Das Entscheidungsprofil hat zwei Teile. Zum einen unsere “Situation” und zum anderen “die drei Kontrollelemente”.

Situation

Unsere Situation können wir durch drei Aspekte beschreiben.

  1. Das Ziel. Welches Ziel, oder welche Ziele haben wir? Ziele pflastern unseren Weg zur Umsetzung unseres großen Planes. Manche sind groß, andere klein. Es hängt ganz von der Situation ab. Wenn sich ein Kunde zum Beispiel mehrfach beschwert hat und daher augenscheinlich unzufrieden ist, könnte es unser Ziel sein, diesen Kunden zufrieden zu stellen.
  2. Der Entscheidungsauslöser. Wenn wir nicht gerade sehr gelangweilt sind, wird es einen Grund geben, warum wir jetzt handeln wollen. Dabei gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder wir haben einen Problem auf dem Weg zu unserem Ziel oder wie haben plötzlich eine Chance entdeckt, das Ziel schneller als gedacht zu erreichen.
  3. Die Inspirierende Frage. Fragen steuern unseren Fokus. Wenn wir uns fragen, warum dieser Kunde gerade uns immer wieder Schwierigkeiten bereitet, findet unser Unterbewusstsein genauso eine gute Antwort (Weil er uns nicht mag), wie wenn wir uns die Frage stellen, wie wir es erreichen, dass der Kunde begeistert ist. Daher ist die Form der Frage auch bereits anformuliert, damit unsere Frage nicht in die falsche Richtung geht.

Die drei Kontrollelemente

Die drei Kontrollelemente heißen deshalb so, weil uns niemand mehr ein X für ein U vormachen kann, wenn wir selbst genau wissen, was wir in der Situation wollen, was wir erhalten wollen und was wir auf jeden Fall vermeiden wollen.

  1. Gewünschte Ergebnisse. Welche Bedingungen und Aspekte wollen wir erfüllt sehen, wenn wir unser Ziel erreichen? Es könnte z.B. sein, dass wir gerne ein bestimmten neues Produkt bei dem Kunden platzieren wollen und ihn damit begeistern.
  2. Status-quo-Ergebnisse. Was ist bereits heute gut und sollte auf jeden Fall bewahrt werden? Der Kunde würde sich ja nicht bei uns beschweren, wenn er nicht das Vertrauen hätte, dass wir uns darum kümmern werden. Diese Vertrauen gilt es zu bewahren. Daher wäre eine Status-quo-Ergebnis in unserem Beispiel das Kundenvertrauen.
  3. Unerwünschte Ergebnisse. Was wollen wir unbedingt vermeiden im Rahmen unsere Zieles? Das könnten z.B. hohe Kosten sein oder dass unsere Kunde experimentierfreudig wird und auch einmal andere Lieferanten seine Probleme lösen lässt.

Probieren Sie diese Formular einmal an einem konkreten Fall aus, der für Sie eine Bedeutung hat. Danach werden Sie feststellen, dass Sie viel klarer sehen.

Zu viel Aufwand?

Dem einen oder anderen wird es vielleicht etwas aufwendig vorkommen, gerade bei Alltagsentscheidungen gleich ein Formular wie dieses auszufüllen. Da stellt sich natürlich die Frage: Muss das denn sein?

Ja und nein! Es ist Ihre Entscheidung. Wenn Sie mit dem Verlauf Ihrer Karriere oder mit dem Erfolg Ihres Unternehmens zufrieden sind und nichts mehr verbessern wollen, dann heißt die Antwort “Nein”. Wenn Sie allerdings die Wirksamkeit Ihres Handelns verbessern wollen, dann müsste die Antwort “Ja ” heißen.

Werkzeuge wie das Entscheiderprofil machen sich mit der Zeit ohnehin überflüssig. Sie verdeutlichen Ihrem Unterbewusstsein den eigenen Fokus und nach kurzer Zeit geschieht das alles ganz automatisch, ohne dass Sie darüber bewusst nachdenken.

Dieser Beitrag ist der Erste von einer ganzen Serie, die ich zukünftig Woche für Woche im Entscheiderblog zum Thema “Alltagsentscheider” veröffentliche. Nächste Woche geht es weiter mit dem alltäglichen E-Mail-Wahnsinn und unserer Chancen die Zeit anderer Mensch zu verschwenden. 😛

3 Kommentare

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Das Erste, was wir brauchen, ist natürlich Entscheidungsklarheit. Dazu können wir wieder unser Entscheidungsprofil einsetzen: […]

  2. […] Das können wir wieder ganz einfach mit dem Entscheidungsprofil klären, das ich bereits hier eingehend beschrieben habe. […]

Kommentare sind deaktiviert.