Die Finanzkrise: Ein Bananenproblem

Copyright IstockphotoIn den Tagen der weltweiten Finanzkrise sind alle ein wenig vorsichtig mit ihrem Geld geworden. Wenn wir uns heute die Ursache für all das ansehen, dann schütteln alle nur den Kopf. Wie konnte es nur so weit kommen? Interessanterweise habe ich schon seit Jahren in diversen Börsenbriefen darüber gelesen, dass sich nach der Internetblase in den USA eine Immobilienblase bilden würde, denn die amerikanische Notenbank verfolge eine ungesunde Politik des billigen Geldes.

Trotzdem haben die Entscheider in den Banken rund um den Globus – man denke nur an die IKB Bank – nicht wiederstehen können und sich an dem großen Spiel beteiligt. Warum? Weil die individuellen Bonusregeln genau dieser Entscheider das Risiko belohnen und Sicherheitsbedenken bestrafen.

Die erfolgsabhängige Banane

Stellen Sie sich vor, Sie haben als Bankmanager ein Grundgehalt von 10 Bananen pro Jahr. Damit bekommen Sie ähnlich viel, wie ihr Kollege bei einem Automobilhersteller. Stellen Sie sich weiter vor, dass sie zu einem gewissen Prozentsatz an den Gewinnen beteiligt sind, die Ihre Entscheidungen einspielen, ohne Obergrenze nach oben. Gleichzeitig gilt: Je mehr Gewinne Sie für Ihre Bank einfahren wollen, desto höher das Risiko. Ihr individuelles Einkommens-Ziel für diess Jahr: 100 Bananen.

Banana Split: Das Risiko für Sie

Aber lassen Sie uns kurz ein Wort über das Risiko verlieren. Über welches Risiko sprechen wir hier? Nun, wenn es schief geht, müssen Sie in dem einen Jahr mit Ihren 10 Bananen auskommen, Ihre Bank verliert vermutlich 100 Millionen Bananen. Es könnte sein, dass obendrein Ihr Job auf dem Spiel steht. Aber wenn Sie genügend Leidensgenossen in der Branche haben, wird Ihnen vermutlich niemand einen Vorwurf machen.

Der Bananenbauer

Na schön, das passiert also, wenn Sie auf den kurzfristigen Gewinn fixiert sind. Wie sieht es aus, wenn Sie langfristig und nachhaltig vorgehen und die Risiken im überschaubaren Rahmen halten? Ganz klar, Sie verdienen zu Ihren 10 Bananen vielleicht nur 5 oder 10 weitere Bananen dazu. Aber wenn Sie jedes Jahr eine im Vergleich zu Ihren Kollegen räudige Performance hinlegen, dann verlieren Sie mit ziemlich großer Sicherheit im zweiten  oder dritten Jahr Ihren Job.

Der Tritt auf die Bananenschale

Sie haben dann in drei Jahren maximal 60 Bananen verdient und brauchen einen neuen Job. Ihr risikofreudiger Kollege dagegen hat in der gleichen Zeit 300 Bananen verdient und wird seinen Job vermutlich noch eine ganze Zeit haben.

Wie würden Sie entscheiden?

6 Kommentare
  1. Gerhard Spannbauer
    Gerhard Spannbauer says:

    Ich denke leider, dass auch wir noch erhebliche Probleme mit der Finanzkrise bekommen werden. Denn diese erstreckt sich logischer Weise nicht nur auf die Finanzen. Kommt es erst einmal zu einen richtigen Crash, wir vorübergehend die Versorgung zusammenbrechen und die öffentliche Sicherheit ins Wanken kommen. Manchem mag diese Idee zu krass vorkommen, ich beschäftige mich jedoch schon jahrelang damit und kam so nach und nach auf die wirkliche Tragweite. Ich habe schon viel darüber geschrieben und rate jedem zu einer umfassenden Krisenvorsorge.

Trackbacks & Pingbacks

  1. Verstaatlichung in Argentinien…

    Die gesamte Entwicklung ist ein Offenbarungseid all derjenigen, die in den letzten Jahren Verantwortung trugen….

  2. […] Force gegründet werden, die schon bei Warnsignalen tätig werden soll, damit es nicht eines Tages zu einer neuen Krise in der Finanzwelt kommen wird. Die Folgen müssten auch von den Verantwortlichen getragen werden, aber auch von den […]

  3. SOK-Portal sagt:

    Bankenpleite Wie sicher fühlt ihr euch??…

    Der schwarze Sonntag, so wird wohl der gestrige Tag in der Erinnerung vieler Banker und Kunden stehen.
    Nach Bear Steans ist nun die n……

  4. […] Die Finanzkrise liegt der ganzen Welt noch in den Knochen. Fast jedes Land auf dieser Erde war mehr oder minder stark von der Krise betroffen worden. Banken gingen in die Knie oder gar ganz Boden, wie kürzlich erst die US-Hypothekenbank Indy Mac. Abschreibungen in Milliardenhöhe auch bei Europas Banken haben gezeigt, dass es an der Zeit wird, dass auch von rechtsstaatlicher Seite aus eingegriffen wird, und zwar in diesem Fall durch die Europäische Union. […]

  5. […] steckt hier möglicherweise doch ein tiefergehendes Problem aus dem falschen Verhältnis von Anreiz und Risiko für die Beteiligten dahinter? Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: RSS […]

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