Eiserne Willenskraft ist nicht genug

image Hin und wieder gelangen wir immer wieder in dieselben Situationen. Wenn wir gut sind, sehen wir unsere eigenen Fehler, die uns dorthin geführt haben. Wenn nicht, machen wir unsere Umwelt dafür verantwortlich.

“Der Kunde will schon wieder alles für lau! Hat er denn gar keine Vorstellung, wie viel Arbeit das für uns bedeutet?”

Oder:

“Ich helfe immer allen so gut ich kann. Aber jetzt, wo ich Hilfe bräuchte, rührt keiner einen Finger!”

Wir sind die Ursache

Vielleicht haben wir vorher schon dem Kunden regelmäßig weniger berechnet, als richtig gewesen wäre. Das ist typisch, wenn wir uns nicht auf Augenhöhe mit dem Kunden befinden und uns nicht trauen, unsere Interessen durchzusetzen.

Den Kunden trifft keine Schuld. Wir müssten uns ändern. Beinahe das gleiche gilt für die zweite Situation.

Wer Hilfe braucht, muss das auch äußern. Wenn wir konkret wissen, was zu tun ist, rufen wir unsere Kontakte an und bitten Sie um Mitwirkung. Auch diese Situation ist also hausgemacht.

Aber das ist noch nicht einmal das Kernproblem. Tatsächlich könnte es uns unmöglich sein, im richtigen Moment unsere Interessen zu vertreten.

Konditionierung

Erinnern wir uns an die riesigen Elefanten aus dem Zirkus. Diese Kolosse werden mit einem kleinen dünnen Strick angepflocked. Tatsächlich könnte der Elefant jederzeit davon laufen. Aber er tut es nicht. Denn er hat in seiner Kindheit gelernt, dass der Strick stärker ist als er.

Doch damals war er klein und schwach. Heute könnte er ein Gebäude einreißen. Warum läuft er dann nicht weg? Seine Kindheits-Konditionierung hält ihn zuverlässig zurück. Sie sagt ihm, dass es keinen Sinn hat, an dem Strick zu zerren.

Auch wir sind konditioniert

Uns geht es heute ähnlich. Wir könnten locker unsere eigenen Interessen vertreten. Aber wir machen es nicht, weil wir als Kinder gelernt haben, dass sich das gar nicht lohnt.

Heute ist das natürlich anders, aber auch wir haben haben einen lächerlichen Strick, der uns davon abhält das zu tun, wozu wir wirklich fähig sind.

Und auch wir sind so konditioniert, dass wir nicht weglaufen. Viel schlimmer geht es nicht. Wir brauchen keinen Kerkermeister, der uns in ein unfreundliches Leben einsperrt. Denn wir sind unser eigener Gefangener. Und wer könnte schon vor sich selbst weglaufen?

Lebenslänglich

Inzwischen sind wir es, die es uns nicht erlauben, den Mund aufzumachen. Wir sind es, die uns klein machen. Wir sind es, die uns sagen, dass wir aus der Tretmühle nicht mehr ausbrechen können, die wir uns geschaffen haben.

Das ist übrigens auch der Grund, warum Willenskraft allein nicht hilft. Denn welcher Wärter leiht dem Gefangenen schon das Werkzeug, um aus seinem Gefängnis auszubrechen?

Bewusst die Konditionierung brechen

Konditionierung ist ein Prozess, der zuerst im Bewusstsein beginnt. Auch als Kinder haben wir zunächst alles versucht, unsere Interessen durchzusetzen. Später entwickelte sich ein innerer Widerwillen (Konditionierung) dagegen.

Wer diese Konditionierung brechen möchte, muss das auch bewusst tun. Kaufen wir uns einen Strick und schneiden ihn in der Mitte durch. Das ist unser Symbol für die Befreiung. Ab jetzt haben wir dieses Symbol überall dabei.

Wir fangen in kleinen Dingen an, unsere Interessen durchzusetzen und jedes Mal schneiden wir etwas von dem Strick ab. Am Ende wird es uns auch in den großen Sachen nicht mehr schwer fallen.

Den letzten Rest von den beiden Strickhälften sollten wir dann feierlich verbrennen. Unser Elefant ist jetzt frei und kann das tun, wozu er tatsächlich in der Lage ist.

Wenn Sie sich jetzt fragen, was das mit Entscheidungen zu tun hat, dann denken Sie einmal scharf nach… 🙂

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