Euro Nachhilfe-Kurs

imageWer dieser Tage in den Urlaub fährt, freut sich auf Sommer, Sonne, Meer oder Berge.

Die Euroturbulenzen sind allen­falls für Griechenland-Urlauber interessant, die sich um den bö­sen Euronazi sorgen, den so mancher Hellene in uns sieht.

Sei es drum. So geht ja nicht, dass wir für die Südländer unsere Steuermilliarden verpulvern. Wer über seinen Verhältnissen gelebt hat, muss nun einmal leiden. 😐

Währungsfrust und –freuden

Wer im Euroland reist, ist fein raus. Denn die Preise dort zeigen sich unbeeindruckt, ob der Euro fällt oder steigt. Anders diejenigen, die zum Beispiel in die Schweiz reisen. Vor kurzer Zeit konnte man dort noch rechnen, für einen Euro 1,4 Schweizer Franken zu bekommen. Doch der eidgenössische Swissy ist eine harte Währung. Der Euro dagegen fließt geschmeidig durch die Finger. 🙂

Daher bekomme ich aktuell für meinen Euro nur noch 1,16 CHF. Da wird das Hotel für gehobene Ansprüche schnell zum Nobelschuppen, ohne dass dafür auch nur ein Rösti mehr auf dem Frühstücksteller liegen würde. 😯

Ohne Reue

Der eine oder andere Urlauber kommt ins Grübeln. War die Urlaubs-Entscheidung richtig? Wäre Österreich nicht viel besser gewesen? Dort gibt es schließlich auch Berge.

Mit dieser praktischen Erfahrung lernen wir einen der großen Vorzüge des Euro kennen. Das sogenannte Währungsrisiko ist zumindest in Europa weg. Man könnte es auch als eine Entscheidungsversicherung bezeichnen. Wer heute Geschäfte innerhalb der Eurozone macht, muss das später nicht bereuen.

Deutsche Billigheimer

“Milchmädchenrechnung!” Wird der eine oder andere jetzt vermutlich ausrufen. Denn der D-Mark wäre so eine Abwertungsorgie wie in den letzten Tagen bestimmt nicht beschieden gewesen.

Auch richtig, die D-Mark war eine ebenso harte Währung wie der Rösti-Taler. Denn die dt. Produktivität überflügelt große Teile der Weltwirtschaft.

Das allerdings ist mit einer der Gründe, warum wir unter dem Euro so erfolgreich sind. Weil der Rest der Eurozone die Währung nach unten zieht, kann die Welt deutsche Waren billiger einkaufen.

Daher gab es hierzulande den Boom der vergangenen zwei Jahre.

Wir sind nicht (viel) besser

Es hilft außerdem nicht viel, die Nase über Länder zu rümpfen, die über ihre Verhältnisse leben. Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts tun wir das auch. Die öffentlichen Haushalte sind hoch verschuldet und viele private ebenso.

Doch noch haben wir den Einäugigen-Bonus unter einem Haufen von Blinden. Würden wir so weiter machen, ließen in 25 Jahren die Finanz­jongleure auch in Deutschland mehrere Akte der Griechischen Tragödie spielen.

Aber was sage ich da? Natürlich macht in Deutschland niemand mehr Schulden und wir bürgen auch nicht für Milliarden, die wir gar nicht haben.

Nein! Wir fahren in den Urlaub. 🙂