Keine Macht dem Aufschieber!

stop Wenn wir unsere Aufgaben liegen lassen und erst spät umsetzen. Dann spricht man neudeutsch von Aufschieberitis. Die Bezeichnung ist typisch deutsch. Denn sie klingt wie eine Krankheit und der Kranke ist das Opfer “böser” Bakterien und Viren. Der Kranke ist also nicht schuld, sondern irgendetwas anderes.

Auch der Entscheidercoach kennt das

Ich formuliere das so schonungslos, weil es mir auch hin und wieder passiert. Ich habe ein  Hobby, das sich ursprünglich aus meinem Geschäft entwickelt hat. Die Sternstunde für Unternehmer. Dabei handelt es sich um eine Vortragsveranstaltung mit einem besonderen Format. Bei einer einzelnen Sternstunde treten sechs Referenten und Moderator an, um den Teilnehmern einen besonderen Abend zu bereiten.

Oft passiert es mir, dass ein Veranstalter uns bereits für das nächste Jahr einlädt. Anstatt im Anschluss gleich zu klären, welcher von meinen knapp 20 Referenten Zeit hätte, warte ich damit oft bis wenige Wochen vor der Veranstaltung. Mit dem Ergebnis, dass die Auswahl der Redner wegen anderer Verpflichtungenstark geschrumpft ist.

Es macht allerdings nicht viel Sinn, drei Mentaltrainer und zwei Vertriebstrainer auf ein Publikum loszulassen, das sich nach Vielfalt sehnt. Meine Gestaltungsspielräume sind dann sehr gering. Gleichzeitig muss ich dann aufgrund des fortgeschrittenen Datums meine Entscheidung treffen.

“Jetzt” bedeutet ein Maximum an Gestaltungsspielraum

Die Situation gäbe es nicht, wenn ich gleich mit der Terminzusage des Veranstalters meine Referenten informierte. Ich hätte dann alle Möglichkeiten, die perfekte Veranstaltung zu organisieren.

“Selbst schuld”, werden Sie jetzt vielleicht denken. Sie haben recht! Die Sternstunde für Unternehmer hat für mich keine geschäftliche Bedeutung, aber mein Ruf hängt an ihrem Erfolg. Sie ist daher wichtig.

Oft lassen wir es zu, dass die zeitliche Entfernung etwas für uns unwichtig erscheinen lässt.

Doch das ist natürlich falsch. Nur weil etwas erst in einem Jahr stattfindet, ist es nicht unwichtiger als wenn es morgen ist. Es ist nur nicht dringlich.

Ich will an dieser Stelle nicht auf Zeitmanagement hinaus. Dort wird der Unterschied zwischen wichtig und dringlich ausgiebig besprochen.

Entscheidungsspielräume

Mir geht es nur darum, dass wir uns über unsere Gestaltungs-Spielräume klar sind.

Denn mit dem Zeitpunkt unserer Entscheidungen bestimmen wir, welche  Entscheidungsspielräume wir haben und nutzen können.

Fragen Sie sich bei jeder Chance und bei jedem Problem: Wie viel Gestaltungsspielraum brauche ich und wie viel verliere ich, wenn ich es liegen ließe?

Wir stellen dann schnell fest, dass es besser ist, sich frühzeitig um seine Chancen und Probleme zu kümmern, anstatt in der Zeit z.B. einen Kollegen über seine Fehler aufzuklären.

Was mir bei erfolgreichen Machern regelmäßig auffällt: Sie handeln immer sofort. Oft sitzen wir noch im Gespräch, da rufen sie schon jemanden an, um etwas abzuprüfen oder etwas in Bewegung zu setzen. Nicht selten höre ich dann, “wenn ich es nicht gleich tue, dann bleibt es womöglich liegen.”

Wir alle sind Macher

Wir alle sind Macher und daher wissen wir auch, das nichts mächtiger ist, als eine wichtige Aufgabe gleich anzugehen. Ist schon einmal der Anfang gemacht, sorgt unser Wunsch nach Vollständigkeit, dass wir es möglichst bald zu Ende bringen.

Wenn wir das nächste Mal etwas aufschieben wollen, fragen wir uns einfach, wie viel Gestaltungsmacht wir dafür gerne hätten und was es für uns bedeuten würde, diese Gestaltungsmacht nicht zu haben.

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