Mach die Augen auf!

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Ist es Ihnen auch schon einmal so gegangen? Eine bestimmte Nobel-Uhrmarke hat es Ihnen angetan und plötzlich stellen Sie fest, dass es eine ganze Anzahl von Kollegen gibt, die sich den Wunsch bereits erfüllt haben. Vorher ist Ihnen das nie aufgefallen. 😮

Oder Sie möchten bauen und mit einem Mal fällt Ihnen auf, dass es viel mehr Häuser in Fertigbauweise gibt, als Sie jemals gedacht hätten. Schuld an dieser neuen Beobachtungsgabe ist Ihr sogenanntes retikuläres Aktivierungssystem (RAS).

Unsere Umwelt besteht aus Millionen von Reizen, die unsere Sinne wohl wahrnehmen, aber nicht an unser Wachbewußtsein zur Verarbeitung weiter geben. Denn unser Bewußtsein ist dafür schlichtweg nicht ausgelegt.

Was würde es Ihnen auch bringen, wahrzunehmen, dass sich die Lichverhältnisse durch die Verschiebung von ein paar Wolken um ein paar Lux verändert haben? Was würde es Ihnen bringen, zu realisieren, dass in einiger Entfernung eine Maus in einem Abfluss verschwindet oder ein Fliege sich auf einem Baum niederläßt? Das sind alles Informationen, mit denen Ihr Bewußtsein völlig unnötig belastet würde und daher zu recht ausgeblendet werden.

Machen Sie sich das RAS zunutze! 

Das RAS sorgt dafür, dass wir die für uns wichtigen Reize bewußt verarbeiten und wahrnehmen. Was die richtigen Reize sind,  können wir selbst beeinflussen.

Wenn wir uns darauf konzentrieren, überall nur die Probleme zu sehen, dann ist das RAS unser bester Helfer dabei. Willkommen in Ihrer privaten Hölle, denn diese Ihre Welt kennt nur ungelöste Probeme! Wenn wir dagegen die postiven Aspekte wahrnehmen wollen, so wird auch dieser Auftrag prompt ausgeführt – alles eine Frage unserer Interessenlage.

Würde ich mich als Motivationscoach verdingen, könnte ich an dieser Stelle jetzt vom Leder ziehen. Aber wie Sie wissen, geht es bei mir immer um gute Entscheidungen und attraktive Alternativen.

Was hat das mit guten Entscheidungen zu tun?

Was hat das RAS (retikuläre Aktivierungssystem) mit attraktiven Alternativen zu tun? Viele Zeitgenossen glauben ja, Sie müssten nur ganz grob und ungefähr wissen, was Sie wollen und die Welt würde Ihnen all das bieten und vieles mehr, an das Sie noch gar nicht gedacht haben.

Leider muss ich Sie da enttäuschen! Denn das RAS arbeitet um so besser, je genauer ich selbst definiere, was ich will. Denn das RAS ignoriert unspezifische Anfragen als potentiellen Unfall für die bewußte Verarbeitung. Es müßte viel zu viele Reize zu Bewußtsein bringen, um diesen Auftrag zu erfüllen. Da Autismus eher selten ist, ignoriert das RAS solche Anfragen einfach. Wenn Sie dagegen mit großer Genauigkeit arbeiten und klar sagen können, welche Art von Lösungen Sie suchen, arbeitet das RAS nur zu gerne für Sie. Im Ergebnis sehen Sie plötzlich viele spannende Lösungen, die vorher einfach ausgeblendet wurden.

So machen die Entscheidungen Freude

Dann haben Sie genau die attraktiven Alternativen, nach denen Sie gesucht haben! 🙂 Und was bedeutet das für meine Entscheidungen? Wenn die dann keine Freude machen, kann ich mir immer noch eine neue Uhr kaufen… 😎

Aber im Ernst, genau deshalb müssen wir erst Entscheidungsklarheit haben, bevor wir an die Alternativenschöpfung gehen und nicht umgekehrt.

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  1. […] möchte, bevor ich mir die Alternativen ansehe. Denn wenn ich genau weiß, was ich will, öffne ich meinen Blick für genau die richtigen Lösungen und nehme sie dann auch […]

  2. […] Wie aktuelle Themen und Wünsche die Wahrnehmung verändern und welche Auswirkungen das auf Entscheidunen hat beschreibt Kai-Jürgen Lietz im Excellence-Blog: Mach die Augen auf! […]

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