Rückenwind: Keine Laune des Wetters!

image Wenn wir mit der Umsetzung unserer Entscheidungen ein leichtes Spiel haben wollen, dann brauchen wir meistens die Unterstützung unserer Um­ge­bung und von Personen, die über den richtigen Einfluss ver­fü­gen.

Es ist kein großes Geheimnis, dass wir uns diese Un­ter­stüt­zung am besten sichern, bevor wir durch unsere Ent­schei­dun­gen Tatsachen ge­schaf­fen ha­ben. Denn sonst winselt der Entscheider vor verschlossenen Türen, wie ein hungriger Hund vor der Küchentür.

Gemeinsame Interessen

Aber auch die Gespräche vor einer Entscheidung muss ich mit Fingerspitzengefühl führen. Zunächst geht es nur um die Zielsetzung der Entscheidung. Dafür lassen sich meist zahlreiche gemeinsame Interessen finden. Wenn ein Unternehmen seit Jahren immer um die schwarze Null herumkrebst, dann wird wahrscheinlich auch der hartgesottenste Betriebsratschef für mehr Rendite votieren. Das ist also recht einfach. 🙂

Noch ist nichts entschieden

Im nächsten Schritt muss ich meinem Gesprächspartner vermitteln, dass es noch keine Entscheidung gibt, aber natürlich verschiedene Lösungsansätze auf dem Tisch liegen.

Wir suchen das Gespräch ausdrücklich, um die Unterstützung des anderen für teilweise schmerzhafte Maßnahmen zu finden und das gemeinsame Ziel zu erreichen. Natürlich hängt es von der Art der Entscheidung ab, ob Maßnahmen schmerzhaft sind oder einfach ein besonderer Einsatz unseres Gesprächspartners notwendig wird.

Manipulation verboten

Etwas manipulativere Zeitgenossen packen an dieser Stelle gerne ein Horrorszenario aus, also eine Scheinalternative. Sie blicken dem Gesprächspartner treuherzig in die Augen und versichern dabei, dass sie alles in ihrer Macht tun würden, damit die Entscheidung nicht in diese Richtung fällt. Aber der Gesprächspartner müsse seinen Anteil dafür leisten, sonst könne man für nichts garantieren.

Ich persönlich halte von dieser Vorgehensweise sehr wenig. Denn die Manipulation fliegt ganz sicher irgendwann auf. Danach kann der Manipulator seinen Einfluss in den Wind schreiben. Entscheider sollten immer über die einzelne Situation hinaus denken und das große Ganze im Blick behalten.

Gestaltungsspielräume gewinnen

Also packen wir unsere tatsächlichen Alternativen aus, die auf die Unterstützung unseres Gesprächspartners angewiesen sind. Sollte es noch andere Handlungsalternativen geben, bei denen er keine Rolle spielt, erwähnen wir sie nicht. Denn sie liegen außerhalb seiner Gestaltungsspielräume.

Wichtig ist dabei, dass wir uns nicht mit ihm darüber beraten, welche die bessere Alternative ist. Unser Ziel ist es, den anderen zu überzeugen und zu gewinnen.

Wenn er seine Meinung für einzelne Alternativen und gegen andere ausdrückt, sind unsere Wahlmöglichkeiten danach eingeschränkt. Denn mit einer Entscheidung gegen seine Favoriten verlieren wir seine Unterstützung.

Wichtig ist vielmehr, dass wir die jeweiligen Gründe erklären, die aus Sicht unserer gemeinsamen Interessen für die jeweilige Alternative sprechen und genau dafür seine Bestätigung bei ihm holen. Er sollte uns bestätigen, dass grundsätzlich jede der angesprochenen Al­ter­na­ti­ven auch in seinem Interesse ist.

Die Hand drauf!

Am Ende des Gesprächs lassen wir uns von ihm die Hand darauf geben, dass egal wie unsere Entscheidung ausfallen wird, wir auf seine Unterstützung zählen können.

Wir müssen aber auch die Möglichkeit akzeptieren, dass unser Gesprächspartner sich dann noch einmal für oder gegen einzelne Alternativen ausspricht. Dann haben wir die Möglichkeit, ihm zu ver­si­chern, dass wir seine Bedenken berücksichtigen. Denn das tun wir ja tatsächlich!

Wenn wir wissen, dass wir für eine Handlungsalternative auf wenig Unterstützung hoffen dürfen, könnte sie allein dadurch für uns entwertet sein. 😯

Kritische Erfolgsfaktoren

Letztlich kommt es darauf an, dass unser Gesprächspartner das Gefühl hat, dass wir offen und ehrlich mit ihm umgegangen sind. Wie überzeugt wir selbst von den einzelnen Handlungsalternativen sind, ist ein weiterer kritischer Erfolgsfaktor. Denn wenn wir jemanden etwas geben wollen (Überzeugung), dann müssen wir es zuerst selbst haben.

Wer andere für eine Sache entzünden will, muss selbst in Flammen stehen. 😮

Unterstützung ist kein Selbstläufer. Aber wer sie sich frühzeitig sichert, spart sich nicht nur Ärger, er kann in weniger Zeit auch viel mehr umsetzen.