Vorsicht Falle: Job wechseln oder nicht?

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Soll ich wechseln oder nicht?

In der derzeitig günstigen Konjunkturlage fragt sich der eine oder andere, ob er nicht einfach anbeißen soll, wenn ein Headhunter anruft und ein verlockendes Angebot unterbreitet. Ein neuer Job verspricht ja auch einen Schuss Abenteuer, man kann aus dem langweiligen Alltag ausbrechen, bekommt mehr Geld und befreit sich vielleicht aus einer Karrieresackgasse.

Wenn Sie diesen Blog bereits einige Zeit verfolgen, wissen Sie, dass mich diese Frage inhaltlich nicht sonderlich interessiert. Denn für eine gute Entscheidung ist sie schlichtweg falsch. Ich lasse mich dann von der Wahllosfalle einwickeln. 😮

Denn die Frage, “mache ich es oder mache ich es nicht(?)”, ist eine bewußte Verengung des Entscheidungsproblems. Ich schließe damit aus, weitere interessante Alternativen zu betrachten, die mir vielleicht nicht direkt angeboten wurden, aber nichtdestotrotz existieren.

Das eigentliche Entscheidungsproblem ist doch die Frage: “Wo möchte ich die nächsten Jahre meine Arbeitskraft einsetzen?” Je nach meinen Wertvorstellungen spielen dann Kriterien wie Verantwortungsbereich, Entlohnung, Arbeitsplatzsicherheit, usw. eine Rolle in meiner Entscheidung.

Damit das Ganze Sinn macht, muß ich mir auch eine Reihe von Alternativen erarbeiten, das könnte ich entweder über das Studium von Stellenanzeigen mit anschließender Bewerbung oder durch das Einstellen eines aussagekräftigen Profils in einem Jobportal tun.

Wenn Sie dann verschiedene Alternativen vor sich haben, vergesssen Sie nicht, Ihren derzeitigen Job mit in die Bewertung zu nehmen. Denn was nützt es Ihnen, wenn Sie nach der Umsetzung Ihrer Entscheidung schlechter dastehen als zuvor? 😯

Die Wahllosfalle und andere Entscheidungsfallen können Sie übrigens bald in gedruckter Form nachlesen. 🙂 Mein Buch darüber erscheint am 5. September 🙂 🙂 🙂

5 Kommentare
  1. Sebastian
    Sebastian says:

    Um eine Entscheidung treffen zu können, muss man also wissen, was man erreichen will – ein Ziel vor Augen haben. Wenn man sich also dann noch für dieses Ziel entscheidet, passiert das, was man möchte – komisch… 😉

    Ganz ehrlich: ich denke, dass wenn schon die Frage aufkommt, die Entscheidung dagegen gefallen ist. Wenn grundlegende Fragen (maslowsche Pyramide usw.) zu rationell beantwortet werden müssen, hat man entweder kaum eine Alternative, einen sehr schlechten Job oder die Rate fürs Häuschen (whateverelse…) ist zu hoch. Als Workaholic kann ich empfehlen sich nur mit dem kaputt zu machen, was einem Spaß macht. Für alles andere ist die Zeit zu schade.

  2. Kai-Jürgen Lietz
    Kai-Jürgen Lietz says:

    Wieviel Menschen haben denn eine Vorstellung davon, wo Sie in zehn Jahren stehen wollen? Wer das nicht sagen kann, wird auch Schwierigkeiten damit haben, zu sagen, was er wirklich will. Klar, jeder von uns möchte Spiel, Spaß, Spannung und Überraschung – das lernen wir ja täglich in der Werbung. Aber ist das Überraschungs-Ei deshalb genau das, was jeder will?

    Ich denke, dass die Jobwechsel-Frage sehr viel mit der persönlichen Risikoneigung zu tun hat. Nach dem Motto: Lieber das Übel, das ich schon kenne, als sich auf ein neues, unbekanntes Übel einstellen zu müssen.

    Tatsächlich sind 70% aller Deutschen schon mit Ihrer Berufswahl latent unzufrieden. Offensichtlich glauben dann doch sehr viele Menschen, keine Wahl zu haben. Naturgemäß sind darunter aber auch kaum Workaholics. 🙂

    Und was hättest Du gesagt, wenn es “ganz unehrlich” wäre? 😉

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  1. […] und einer einzigen bedarfsgerechten Alternative haben, reduziert sich das Ganze auf die Wahllosfalle. So jemanden schicken wir nur zu gerne auf eine […]

  2. […] beurteilen kann, weiß ich es als Entscheider nicht. Und wieder schlägt die Wahllosfalle […]

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