Auf Erfolgskurs gehen

In diesem Beitrag lesen Sie, was wie tun müssen, damit Ihnen Ihre Vision fast wie von selbst zufliegt.

Kontrolle Menschen mit einer starken Vision ziehen an allen anderen vorbei.

Leider tun wir uns oft schwer, ein motivierendes Zukunftsbild für uns zu schaffen.

Die Gründe dafür habe ich hier beleuchtet.

Einer dieser Gründe liegt darin, dass wir in unserem Zukunftbild oft nur unsere Gegenwart fortschreiben.

Der VW Lupo-Fahrer stellt sich daher allenfalls vor, einen Passat zu fahren. Denn wir begrenzen unsere Vorstellungskraft gerne auf die Möglichkeiten, die wir heute haben.

Als Kind dachten wir freier als heute

In unserer Kindheit war das anders. Da schien alles möglich. Alle Erfolgsikonen, die wir damals sahen, wie Lokomotivführer, Piloten, und Astronauten 😉 mussten auch einmal Kinder gewesen sein. Also konnten wir auch alles werden.

Nicht jeder möchte wie ein Kind denken

Viele raten daher auch, sich gedanklich in die eigene Kindheit zu versetzen und diese Unverfrorenheit wieder zu entdecken. Das funktioniert allerdings nicht bei jedem. Denn mancher ist froh, seiner bedrückenden Kindheit entflohen zu sein.

Ziele wachsen mit unseren Fähigkeiten

Ich denke auch, dass es gar nicht um Unverfrorenheit geht. Sondern um angemessene Ziele. Denn innerhalb von zehn Jahren entwickeln wir alle uns weiter. Das gilt insbesondere für diejenigen, die  große Ziele haben.

Letztere fragen sich, was muss ich alles können, um diese Ziele zu erreichen? Also wenn wir in München sind und nach Hamburg kommen wollen, müssen wir  für das richtige Verkehrsmittel sorgen. Ein Fahrrad reicht da nicht mehr aus, besser ist ein Auto oder ein ICE-Ticket. 🙂

Was würden Sie denn gerne können?

Es geht aber auch anders herum. Viele Menschen tun sich schwer damit, eine Vision für einen Status quo in der Zukunft zu definieren. Sie können allerdings relativ leicht sagen, wie sich sich gerne selbst weiter entwickeln möchten, welche Fähigkeiten sie gerne hätten.

So möchte ein Verkäufer gerne die Fähigkeit haben, Menschen zu lesen, also in der Mimik, Körperhaltung und  Stimmfarbe, zu erkennen, was sie denken. Ein Manager möchte vielleicht gerne ein “spannender und unterhaltender” Redner werden.

Während Sie das lesen, entdecken Sie vielleicht auch den einen oder anderen Entwicklungswunsch. Darauf können wir aufbauen. Machen Sie sich doch einfach mal Gedanken darüber, welche Rollen Sie heute schon wahrnehmen.

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Sie können dazu z.B. eine Mindmap benutzen. Ihre Rollen werden teilweise privat und teilweise beruflich sein.

Hans Müller

Oben finden Sie eine stark verkürzte Mindmap für den jungen Manager Hans Müller*. Mir fällt dabei auf, wie wenige Rollen er für sich definiert hat.

Gerade bei sehr erfolgreichen Menschen, die ihren Traum leben, finden wir häufig sehr viele Rollendefinitionen. Das hat etwas mit Bewusstsein zu tun. Allein schon aus diesem Rollenbild entnehmen wir, dass der junge Teamleiter sich kaum mit seiner Zukunft auseinandersetzt. Seine heutigen Rollen leitet er einfach aus einer Arbeit ab.

Selbstkritik

imageIm nächsten Schritt sollten wir eine Bewertung für uns vornehmen. Wo stehen wir heute? Die Aufzählung unserer Rollen reicht dafür nicht aus. Wir müssen auch noch einschätzen, wie gut wir unsere Rollen ausfüllen.

Unser Teamleiter lässt an sich selbst kein gutes Haar. Als Kollege erreicht er bei einer Bewertungsskala von 0-9 einen Wert von 4, als Mitarbeiter immerhin von 7 und als Teamleiter von 6. Mit anderen Worten, er fühlt sich derzeit selbst überfordert und hat wenig Kontrolle in seinem Leben.

Welche Fähigkeiten wünschen wir uns?

Im nächsten Schritt entwickeln wir für uns, wie wir denn gerne sein würden. Was würden wir gerne können?

Mit dieser Frage konfrontiert, überlegt Müller sehr lange. Das erste Wort, was ihm einfällt ist Souveränität.

Er ist erst vor kurzem aus einer Fachposition zum Teamleiter befördert worden und merkt, wie sehr er sich von anderen in seine Arbeit hineinreden lässt. Nach diesem ersten Begriff fallen in schneller Folge viele weitere. Wir sammeln sie und bilden daraus völlig neue Rollen. In verkürzter Form kommt die folgende Mindmap dabei heraus:

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Sofort fällt auf, dass Müller jetzt geschäftlich viel mehr Rollen für sich sieht. In Zukunft ist er nicht mehr Kollege, Mitarbeiter und Teamleiter, sondern Führer, Verkäufer, Innovator, Visionär, Networker und Macher. In diesem Bild gefällt er sich sehr gut.

Der Knackpunkt dabei: Diese Rollen kann er natürlich bereits heute wahrnehmen. Allerdings wird er dabei noch kein Meister sein.

Ich frage ihn daher, was er bereit wäre, dafür zu geben, wenn er in diesen Bereichen so weit käme, wie er das gerne wollte. “Alles” ist seine Antwort. Denn das neue Bild von sich selbst, das er sich in den Stunden zuvor neu geschaffen hat, begeistert ihn.

Geplante Entwicklung

Genau das wird er allerdings auch geben müssen, um dorthin zu kommen. Denn wer in seinen Rollen wirklich gut werden möchte, muss das auch trainieren und zwar täglich. Wir brauchen daher einen Entwicklungsplan.

In kleinen und machbaren Schritten legen wir darin fest, welche Entwicklungsschritte Müller in den nächsten Jahren vollziehen wird. Für das vor ihm liegende Jahr plant er das detailliert.

So wird er Bücher zum Thema Reden, Stimmtraining und Verkauf lesen. Er wird jeden Tag bevor er zur Arbeit geht, 45 Minuten trainieren, z.B. ein besonders charmantes Lächeln, Blickkontakt im Spiegel, Stimm-übungen usw. Zudem wird er ein Entwicklungstagebuch führen, um tatsächlich jeden Tag am Ball zu bleiben.

Erfolg ist kein Zufall und wir müssen hart daran arbeiten, unsere Zukunft für uns zu gestalten. Daher brauchen wir auch ein entsprechenden Trainingsprogramm um diese Entwicklung für uns umzusetzen.

Gesprengte Ketten

Für den jungen Manager haben wir mit diesem Rollenbild eine neue Situation geschaffen.

Er hat jetzt quasi schon die Idee vom Verkehrsmittel. In Gedanken sitzt er  schon in seinem 7er BMW, nicht mehr im VW Lupo und fragt sich jetzt: Wo möchte ich damit hinfahren? Die Welt steht mir offen. Welche Ziele sind für mich angemessen, wenn ich diesen Rollen wirklich gerecht werde?

Überraschende Wende

Natürlich könnte er es so spielend in die Geschäftsführung des Unternehmens oder eines weitaus größeren Wettbewerbers schaffen. Aber das reicht ihm nicht mehr(!). “Ich werde mit diesen Fähigkeiten mittel- bis langfristig mein eigenes Unternehmen aufbauen und meine Ideen umsetzen.” Diese Wandlung kommt überraschend. Aber warum nicht?

Er fügt seinen Rollen noch den “Unternehmer” hinzu.

Sobald Hans Müller für sich ein neues Rollenverständnis geschaffen hatte, war alles für ihn möglich. Die neue Vision ist ihm fast von selbst zugeflogen.

Fazit

Die alten Rollen orientierten sich an seiner Arbeit, raubten ihm sein Selbstwertgefühl und blockierten ihn.

Natürlich hätte er auch an diesen Rollen arbeiten können. Aber sie inspirierten ihn nicht. Daher wäre er auch nicht bereit gewesen, jeden Tag das Notwendige zu tun und eine Vision seiner Zukunft hätte er damit auch nicht entwickelt.

Wie auch immer Sie es zustande bringen. Entwickeln Sie unbedingt eine klare Vision von Ihrer Zukunft. Dann arbeitet die Zeit für Sie und nicht gegen Sie und Jede einzelne Entscheidung bringt Sie Ihrer Vision näher.

4 Kommentare
  1. Paul Herwarth von Bittenfeld
    Paul Herwarth von Bittenfeld says:

    Dieser Part des Textes könnte so verstanden werden, dass es durchaus sinnvoll ist, auch 15 oder 20 Rollen für sich festzulegen: “Mir fällt dabei auf, wie wenige Rollen er für sich definiert hat. Gerade bei sehr erfolgreichen Menschen, die ihren Traum leben, finden wir häufig sehr viele Rollendefinitionen. Das hat etwas mit Bewusstsein zu tun.”
    Daher meine Frage, ob dies als Widerspruch zu der 7er-Regel zu sehen ist. Wenn Hans Müller im Privatleben noch sehr aktiv ist, wird er schnell deutlich über die 7 Hüte hinausgehen.

  2. Kai-Jürgen Lietz
    Kai-Jürgen Lietz says:

    Ich bin sicher der Falsche, wenn Sie fragen, ob ich die Regeln einhalte, die ein Kollege einmal für sich aufgestellt hat. 😮

    Allerdings gesteht zumindest Steven Covey (das Original) seinen Kunden 7 Rollen im geschäftlichen, wie auch im privaten Bereich zu, also insgesamt 14 Rollen. Damit kommt Herr Müller doch ganz ausgezeichnet aus. 🙂

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