DAS will ich WIRKLICH!

ichwillwasichmuss Gestern haben wir herausgefunden, dass wir in der Mehrzahl der Fälle gar nicht wissen, was wir selbst wollen. Wir wissen zwar, was andere für uns wollen. Denn wir sind es gewohnt, uns von unserer Umgebung beeinflussen zu lassen. Das ist auch wichtig für uns. Denn während unserer Kindheit sollten wir lernen was wir tun und lassen sollen, um mit anderen Menschen zurecht zu kommen.

Als Kinder haben wir wenig eigene Handlungsoptionen und sind abhängig von unseren Eltern. Allerdings als Erwachsene können wir die Dinge selbst in die Hand nehmen und unser Leben nach unseren Vorstellungen gestalten.

Schwierig gestaltet sich das nur, wenn wir die Annehmlichkeit zu schätzen gelernt haben, dass andere für uns denken. Wenn wir konstant zulassen, dass andere uns sagen können, was wir zu wollen haben, fehlt uns ein wichtiger Schritt in unserem Leben.

Allein sind wir damit freilich nicht. Denn schon seit Anbeginn der Zeit haben sich Menschen Führungspersönlichkeiten angeschlossen und deren Vorstellungen umgesetzt.

Alle Forscher sind sich allerdings einig. Wir haben genau die gleiche Ausstattung, wie solche Macher. Wir alle haben ein Gehirn, das eigenes Denken zulässt und die überwältigende Mehrheit der Menschen hat zwei Arme und zwei Beine und alles andere was dazu gehört.

Das Einzige was uns unterscheidet: Macher wissen was sie WIRKLICH wollen, während Ließchen und Hänschen Müller das nicht wissen.

Dabei gibt es zahllose Wege, es für sich herauszufinden.

Oft müssen wir Erfahrungen sammeln, um ein genaues Bild davon zu erhalten.

Der harte Weg: Erfahrung

Als Jungendlicher hatte ich zum Beispiel ein sehr eindimensionales Bild von meiner Traumpartnerin. Sie sollte groß, blond  und blauäugig sein und nicht allzu oberflächlich. Von Freundin zu Freundin änderte sich mein Bild in einigen Details.

Ich lernte also, was meine Traumfrau haben sollte und ich stellte auch schnell fest, was nicht Teil des Pakets sein sollte. Meine heutige Frau lernte ich 1993 kennen und heiratete sie 1997. Ich wusste damals, SIE ist die Richtige. Um noch einmal meine ersten oberflächlichen Kriterien aufzugreifen: Meine Frau ist Südafrikanerin und als solche weit davon entfernt, blond oder blauäugig zu sein und besitzt eine Tiefe, die mich selbst oft oberflächlich erscheinen lässt. 🙂

Der Erfahrungsweg ist beschwerlich und meistens auch schmerzhaft. Er verlangt von uns allerdings auch, dass wir bei jeder neuen Erfahrung mit der Erwartung herangehen, dass es jetzt genau das ist, was wir wollen.

Der intelligente Weg

Ich kenne inzwischen einen Weg, der weitaus weniger schwer ist. Wir sind hier auf dem Planeten, um etwas zu bewirken. Nennen wir es den tieferen Sinn in unserer Existenz oder einfach unseren Auftrag, unsere Mission.

Schauen wir uns unser bisheriges Leben an, finden wir immer wieder kehrende Muster. Zum einen sind das Situationen, die wir nicht gemeistert haben. So könnten wir feststellen, dass unsere Chefs eigentlich nur Idioten sind. Daher wechseln wir alle zwei bis drei Jahre die Arbeit, bis wir das Gleiche von Neuem erleben.

Dinge, die uns auf diese Weise folgen, sind ungelöste Herausforderungen und nicht etwa Produkt der Verhältnisse. Das hat nicht allzu viel mit unserer Mission zu tun. Könnte allerdings einen Hinweis liefern. Warum denken wir denn, dass unsere Chefs so falsch liegen? Weil wir glauben, es besser zu wissen.

Aus dieser Motivation heraus sind schon die spannendsten Unternehmen entstanden. IBM ist so entstanden. Für Lee Iacocca war es der Grund, die Herausforderung bei Chrysler zu übernehmen. So lässt sich also auch der eigene Auftrag definieren.

Der rote Faden

Generell werden wir allerdings in dem roten Faden bestimmte Vorlieben, Interessen und Talente entdecken, die uns seit unserer frühen Teenagerzeit begleiten. Wenn wir im Coaching den roten Faden verfolgen, finden wir oft bereits die richtigen Hinweise im Alter von 13 oder 14 Jahren. Dinge also, die wir normalerweise lieber vergessen würden.

Ich habe mich zum Beispiel immer gerne eingemischt und Mitschülern aufzeigen wollen, dass sie weitaus mehr Handlungsalternativen hätten. Deren Interesse daran, war allerdings recht gering. 🙁

Ich war relativ früh von dem Gedanken besessen, wie unfrei uns unsere eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten machten. Ich wollte selbst frei sein und diese Freiheit auch anderen schenken. Meine Mission ist es also, mich und andere Menschen zu befreien. Das klingt als Mission einfach, es beinhaltet allerdings sehr viel.

Inwiefern bringt mich meine Mission dem näher, was ich WIRKLICH will?

Wer auf den Pfaden seines Auftrags wandelt, ist schon einmal auf dem richtigen Weg. Mit meiner Mission könnte ich vermutlich auch in Länder wie den Iran oder China gehen. Aber mir ginge es nicht darum, politische Systeme zu verändern. Sondern ich würden den Menschen helfen, sich Freiräume im bestehenden System zu erarbeiten.

Nichts anderes mache ich auch hier. Denn die meisten Menschen in Deutschland machen das was sie machen MÜSSEN und nicht das was sie machen WOLLEN.

Unsere Mission hilft uns zu erkennen, wo wir hin wollen könnten. Es gibt dann immer noch zahllose Möglichkeiten. Aber jede dieser Möglichkeiten würde uns Sinn bieten und uns glücklich machen.

Unsere Vision – ein Kunstwerk

Angenommen wir kennen unsere Mission. Dann sollten wir auf dieser Basis unsere erste Vision definieren: Ein Bild von dem, wo wir in zehn Jahren stehen werden.

Meistens ist das noch nicht der endgültige Wurf. Denn während wir uns auf den Weg dorthin befinden, lernen wir mehr und mehr von dem was wir WIRKLICH wollen. Denn es ist etwas völlig anderes, sich zu einer bestimmten Vision zu bekennen und sie zu verfolgen als von einer angeblichen Chance zu nächsten zu tändeln.

Es ändert grundlegend unsere Art zu leben und damit auch unsere Erfahrungen. Es ist der letzte Schritt zum Erwachsen werden. Wir gestalten selbst unsere Zukunft. Der Unterschied ist so profund, wie einem Maler beim Malen zuzusehen oder selbst ein Bild zu malen. Wir können zwar einiges beim Zusehen lernen, aber die Praxis wirkt wie ein Erfahrungsturbo.

Führen Sie Tagebuch!

Legen Sie von Anfang an ein Tagebuch an. Denken Sie schriftlich über Ihr vergangenes Leben nach und identifizieren Sie schriftlich die immer wieder kehrenden Muster.

Testen Sie dann schriftlich und täglich die gefundene Mission. Versuchen Sie sie in jedem Termin und in jeder Aufgabe zu leben. Ziehen Sie abends Resümee und finden sie heraus, wo es mit ihrer Mission noch hakt. Irgend wann wird es passen.

Wenn Sie dann in einem ersten Wurf Ihre Vision formuliert haben, arbeiten sie ebenfalls täglich daran. Sie wird auf diese Weise jeden Tag klarer für Sie.

Das könnte anstrengend sein

Das klingt nach Arbeit? Vielleicht haben Sie recht. Es ist soviel angenehmer, dass uns andere täglich sagen, was wir zu wollen haben und eigentlich stört es Sie ja vermutlich gar nicht, dass Sie ausschließlich das tun, was sie MÜSSEN und nicht das was Sie WOLLEN, oder?

Also, was WOLLEN Sie jetzt tun?